Kuala Lumpur – Megastadt im Umbruch?!

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Einige Backpacker, die wir in Melaka kennengelernt haben, gaben uns mit auf den Weg, nicht allzu viel Zeit für Kuala Lumpur einzuplanen. Wir waren gespannt, ist Kuala Lumpur top oder flop? Wir buchten 4 Übernachtungen in einem wirklich sehr schönen Hotel in der bekannten Jalan Petaling. Es liegt direkt in Chinatown und es gibt zahlreiche Marktstände direkt vor dem Hotel.

Wenn wir aus dem Fenster schauen, erhalten wir einen wunderbaren Blick auf das turbulente Treiben. Ab morgens ca. 9 Uhr wird alles aufgebaut und gegen 23 Uhr ist Marktschluss. Das Bild ist ca. 10 Uhr aufgenommen, man sieht die ersten Stände, es kommen allerdings noch viel mehr hinzu. Ab 11 Uhr kommt man mit dem Auto nicht mehr durch und ab 15 Uhr wird der letzte Mittelstreifen zugebaut, dann gibt es links und rechts je einen 1-Mann breiten Laufweg.

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Sehr angenehm und erwähnenswert ist, dass die Verkäufer hier nicht aufdringlich sind, eher charmant durch witzige Sprüche. Beliebt in Südostasien sind Stoffhosen mit Elefanten drauf. Meine anfängliche Skepsis und Abwehrhaltung mir auch solch eine Hose zuzulegen, habe ich hier abgelegt. Ich habe jetzt auch eine! ☺ Gerne teste ich für Euch die Qualität der Hose – bei dem Preis von wenigen Euros erwarte ich nicht allzu viel. Lass‘ mich aber auch gerne positiv überzeugen.

Kuala Lumpur ist eine belebte Stadt mit einigen sehr interessanten Plätzen wie das Golden Triangle mit den Petronas Towers und dem Merdeka Platz. Zwei volle Tage sind aus unserer Sicht ausreichend (warum wir trotzdem länger blieben, erfahrt Ihr weiter unten) um Kuala Lumpur zu entdecken. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind bequem zu Fuß erreichbar. Der öffentliche Nahverkehr ist okay. Es gibt verschiedene Bahnen, die unterschiedliche Stationen anfahren. Das ist für Touristen etwas verwirrend, zudem sind die Ticketschalter immer sehr voll. Da musste sich Stefan schon einige Male in Geduld üben. Einmal habe sogar ich mit aufgegeben, vor den wenigen Fahrkartenautomaten waren ca. 120 Leute.

Uns gefiel die Anlage bei den Petronas Towers am Besten. Hier haben wir einige Stunden verbracht, um zu lesen und einfach die Füße hoch zu legen. Hier gibt es einen Springbrunnen, der durch wechselnde Fontänen den Zuschauer selbst noch nach 1 Stunde überrascht.

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Das obligatorische Foto von oben. Das Foto wurde vom Menara Tower aufgenommen mit Blick auf die Petronas Towers. An diesem Tag war die Sicht leider miserabel, dafür der Wind dort oben eine herrliche Erfrischung.

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Der taoistische Sze-Ya-Tempel war nicht weit entfernt von unserem Hotel. Laut Lonely Planet soll es einer der atmosphärischsten Schreine in Chinatown sein. Wir blieben ca. 10 Minuten dort – mehr gab es einfach nicht zu sehen, trotzdem sehr sehenswert.

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In Kuala Lumpur durfte ich auch das erste Mal meine Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem, genauer den Zahnärzten machen. Leider hatte sich bei mir eine Zahnfüllung gelöst. Erfreut war ich darüber gar nicht und ich war sehr nervös, da ich nicht wusste was auf mich zukommt. Zuerst rufte ich den Kundenservice meiner Auslandskrankenversicherung in der Hoffnung an, dass sie mir einen guten Zahnart in KL nennen konnten. Das war leider nicht der Fall. Ich wurde nervöser – kein Zahnarzt in der Datenbank?! Nach umfassender Internetrecherche fande ich einen Zahnarzt in unserer Nähe und einer guten Bewertung. Ich hoffte, das reicht. Die Praxis machte einen guten Eindruck und nach nur einer Stunde Wartezeit lag ich auf dem Behandlungsstuhl. Die Zahnärztin war wirklich sehr nett. Alles war wie in Deutschland. Bis heute bin ich mit der neuen Zahnfüllung für umgerechnet 50 Euro sehr zufrieden. Stefan hat sich nach anderen Zahnarztleistungen erkundigt:

  • Vollkeramikkrone ca. 290 Euro (in Deutschland ca. 350)
  • Implantat ca. 1450 Euro (in Deutschland ca. 2.500)

In einem kurzen Gespräch mit der Zahnärztin habe ich auch erfahren, dass in Malaysia in dem Zeitraum unserer Weitereise zwei Feiertage (Hari Raya Puasa – Ende der Fastenzeit 17. und 18. Juli) liegen und in der die  meisten Einheimischen in den Urlaub fahren, dh. für uns – teure Hotels und ausverkaufte Plätze in den Bussen. Zurück im Hotel haben wir diese Aussage erst einmal überprüft – schließlich wollten wir zu den Cameron Highlands weiterreisen. Auf der Suche nach bezahlbaren Unterkünften war leider alles ausgebucht und die verbliebenden Hostels sehr teuer. Daher entschieden wir uns dafür, die Weiterreise nach den Feiertagen zu machen. Wir konnten unseren Aufenthalt im Hotel für weitere vier Tage zu einem guten Preis verlängern und uns blieb so mehr Zeit in KL, die wir eigentlich nicht benötigten.

Wir machten das Beste daraus und begannen die Tage ausgeschlafen und sehr gemütlich. Allerdings muss man immer mit Ohropax schlafen, da ja morgens ab 9 Uhr aufgebaut und die Putzfrauen und andere Gäste schon aktiv sind. Die Lärmdämmung im Hotel war so schlecht, dass wir das Gefühl hatten unsere Zimmernachbarn sind in unserem Bad.

Wir besichtigten Anlagen, die wir sonst aufgrund der Kürze der Zeit nicht besucht hätten und konnten dadurch KL besser kennenlernen. Jedoch konnte KL uns nicht in ihren Bann reißen. Kuala Lumpur hat viel Potential, in 10 – 20 Jahren wäre ein zweiter Besuch sehr interessant, da viele neue Projekte geplant werden wie die Verschönerung und Reinigung des Flusses und der Bau von vielen neuen Wohn- und Bürogebäuden.

Auf dem Bild seht ihr den Fluss. Das Ufer ist nicht für Passanten zugänglich und das Wasser ist sehr dunkel. Laut Projekten soll dies schöner werden. Und ist unbedingt notwendig!

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Schöner als der Fluss sind die Vögel im Vogelpark. Der Besuch war sehr angenehm und wir konnten viele neue Vogelarten besichtigen. Der Park ist teilweise mit riesigen Netzen überspannt, da erhält man den Eindruck in der freien Natur zu sein. Bis auf einige Ausnahmen gibt es keine Gitter, durch das man die Vögel beobachten muss. Die Vögel können zwar fliegen, haben sich aber sehr an den Menschen gewöhnt und sind dementsprechend zutraulich.

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Es gab auch eine Vogelshow mit einer Vielzahl von cleveren Papageien, die diverse Kunststücke vorführten.

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Uns gefiel es hier sehr gut. Wir empfehlen den Besuch des Vogelparks. Einziger negativer Punkt: die Entwicklungsstation – dort gab es Küken zu sehen, die trotz Warnschilder von den Besuchern angefasst wurden. Einige Küken waren nicht mehr überlebensfähig. Wir denken, dass die Küken für die Fütterung der Adler oder anderen fleischfressenden Vögel verwendet werden.

Der Orchideen-Garten und Hibiskus-Garten ist direkt nebenan. Für Blumenliebhaber ein Muss!

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Das bin ich in dem extra für Frauen gekennzeichneten Bereich des öffentlichen Nahverkehrs. Eine Maßnahme für mehr Sicherheit für Frauen.

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Für ca. 1,20 Euro haben wir die Kuala Lumpur City Gallery besucht, die einen kleinen Einblick in die historische Geschichte KL`s und ein Modell über die derzeitige mit integrierter geplanten Stadtentwicklung bot. KL ist eine sehr junge Stadt, sie wurde 1857 zur Erschließung von Zinnvorkommen gegründet. Ältere historische Gebäude gibt es kaum, zumal auch die Japaner im zweiten Weltkrieg einen erheblichen Teil der Gebäude zerstört haben.

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Mein Fazit: Kuala Lumpur ist gut geeignet als Zwischenstopp einer Reise. Die dreckigen Straßen und der stinkende Verkehr sind Punkte, die ich als sehr störend empfand. Natürlich gibt es einige schöne Ecken, die waren uns aber zu wenig.

Aufgrund der mangelnden Attraktionen und einer Woche Zeit zur Verfügung waren Stefan und ich zweimal im Kino zu einem unschlagbaren Preis von insgesamt 10 Euro für zwei. Das zweite Mal schauten wir uns den Film Jurassic World an, bei dem die FSK bei 12 Jahren ist. Umso erstaunter waren wir als wir das Kino betraten. Waren wir im falschen Kinosaal oder warum sind hier so viele Kinder, die gerade mal 6 Jahre alt waren und jünger? Für uns unverständlich, da in Jurassic World eindeutig für Kinder zu viel Menschen getötet wurden und Blut geflossen ist.

Das war es von KL – Tschüß – Kristin

PS: Wir hatten jetzt schon zum zweiten Mal eine Bettlaken-Decke-Bettlaken Kombination als Decke. Der Zimmerservice faltet diese geschickt zusammen, so dass es aussieht als hätte man eine richtige Decke – am Morgen ist dann alles durcheinander.

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