Koh Tao – Inseltraum trotz Wolken

map

Für die Anreise nach Koh Tao (eine kleine Insel im Golf von Thailand, bekannt für die günstigen Tauchkurse) haben wir uns für den Nachtzug mit anschließender Fährüberfahrt entschieden.

Die Tickets waren sehr günstig, sodass wir uns 1. Klasse Tickets gegönnt haben. So kamen wir in den Genuss einer Kabine und  mussten uns keine Sorgen um das Gepäck machen. Es war klein, aber fein. Es wurden sogar die Betten für uns vorbereitet. Auf dem Foto ist noch keine Schlafenszeit. :) Die jetzige Lehne wurde einfach hochgeklappt und daraus wurde das obere Bett.

DSC02240

Beinahe hätten wir allerdings unseren Zug verpasst, da wir den zähfließenden Verkehr in Bangkok nicht einkalkuliert hatten. Bequem – so bequem wie es halt mit schweren Rucksäcken auf dem Rücken und sehr warmen Temperaturen ist, ging es zuerst mit der Fähre bis zum nächstgelegenen Pier. Von dort aus haben wir den Bus genommen, der uns bis zum Hauptbahnhof fahren sollte. Allerdings fuhr dieser Bus eine sehr große Schleife und dazu noch der stockende Verkehr, wir befürchteten unseren Zug nicht mehr rechtzeitig zu erreichen. Die englische Website für den Öffentlichen Nahverkehr in Bangkok zeigt übrigens nur an WIE man von A nach B kommt – nicht WANN…

Hilfesuchend wanden wir uns an die zuständige Ticketdame im Bus, die leider kein Englisch verstand. Gott sei Dank gab es im Bus eine Dame, die sehr gutes Englisch gesprochen hat und ohne die wir wahrscheinlich hoffnungslos verloren gewesen wären. Wir entschieden uns den Bus zu verlassen. Der Busfahrer war so nett und hat uns an einer nicht-offiziellen Haltestelle hinausgelassen. Laut unsere Handynavigation sollten es nur noch 15 Minuten Fußmarsch bis zum Ziel sein. Leider – wie so immer in brenzligen Situationen – funktionierte die Navigation nicht sehr gut (wir sind direkt unter einer Brücke mit einer 6-spurigen Fahrbahn ausgestiegen). Wir gingen in die falsche Richtung, das Zeitfenster wurde immer enger. Da blieb uns nur noch das verlässliche Tuk Tuk. Hand raus, Tuk Tuk hält, Preis verhandelt und in nicht mehr als 10 Minuten haben wir den Hauptbahnhof erreicht. Jetzt nur noch den Zug finden und rein mit uns. Das nächste Mal planen wir mehr Zeit ein – solche Abenteuer benötigen wir nicht allzu oft.

Im Zug haben wir zwei sehr nette Niederländer kennengelernt, die auch nach Koh Tao wollten. Sie hatten die Kabine neben uns. Die Kabinen waren durch Türen getrennt, die geöffnet werden konnten, wenn jede Kabine den Riegel öffnet. So konnten wir bequem und in geselliger Runde den Abend ausklingen lassen. Obwohl wir zwei Betten hatten, war an Schlaf nicht zu denken. Alle paar Meter gab es Unebenheiten und es hat total gewackelt. Auch war die Fahrt um 04:30 Uhr für uns zu Ende. Wir sind in Chumphon angekommen, von hier aus geht es erst mit dem Bus und dann mit der Fähre (Lomprayah) nach Koh Tao.

Spannend und absolut erwähnenswert war auch der Ausstieg aus dem Zug. Unsere Ausstiegstür wollte sich nicht öffnen, laut Schild war es auch noch eine automatische Tür. Andere Touristen haben nach draußen gerufen, dass die Tür sich nicht öffnen lässt. Irgendwie haben es dann zwei ältere Damen geschafft die Tür zur falschen Seite zu öffnen und sind munter ausgestiegen. Plötzlich ertönt das Pfeifen für die Weiterfahrt. Wir wurden zunehmend nervöser. Kurz danach wurde die richtige Tür vom Personal geöffnet. Die zwei älteren Damen, die Niederländer und wir – die letzten Passagiere, die anderen sind schon längst draußen – konnten den Zug verlassen. Wir standen auf einem dunklen „Bahnsteig“ (der Bereich zwischen zwei Gleisen), direkt neben uns fährt ein anderer Zug ein. Das Personal war sehr bemüht auf uns Acht zu geben, dass wir nicht überfahren werden. Als der andere Zug stand, mussten wir mit unserem Gepäck durch den anderen Zug hindurch um zur Busstation zu gelangen. So etwas wie einen Tunnel oder eine Brücke gab es nicht. Alle weiteren Stationen waren unkompliziert und so kamen wir auf Koh Tao an, wo wir vom Taxi des Hotels erwartet wurden.

Wir bezogen unser Zimmer, um 17:30 Uhr sollte die erste theoretische Lektion über das Tauchen erfolgen. Bis dahin waren es noch über 6 Stunden. Wir haben den Strand aufgesucht, den wir in 5 Gehminuten erreichen. Wir schliefen ein wenig am Strand, da der Schlaf im Zug zu kurz kam. An diesem Tag war ein Sonnen-Wolken-Mix. Trotz ausreichender Sonnencreme haben wir uns an diesem Tag den ersten Sonnenbrand geholt, den wir auch einige Tage später noch zur Schau stellen konnten. Die Sonne hat hier eine sehr starke Kraft. Man sollte sich unbedingt auch bei starker Bewölkung eincremen. Unsere Tage auf Koh Tao waren immer bewölkt, und abends merkten wir immer, welche Körperstellen beim Cremen vergessen wurden.

Es ist 17:30 Uhr. Wir lernten unsere Tauchlehrerin Roxy kennen. Es gab eine kurze Vorstellungsrunde mit den anderen zwei Teilnehmern, die witzigerweise auch aus Hamburg kamen. Danach folgte ein Fragebogen, wo der gesundheitliche Zustand erfasst wurde. Da Stefan vor vielen Jahren einen Pneumothorax hatte, bestand hier eine erhöhtes Risiko für ihn beim Tauchen. Aus Sicherheitsgründen hätte Stefan zum Arzt gehen müssen um seine Lunge röntgen zu lassen. Das Risiko zu Tauchen war für uns zu groß, sodass wir an dieser Stelle den Tauchkurs abgebrochen haben.

So beschlossen wir die Unterwasserwelt durch Schnorcheln zu erkunden und haben eine Schnorchel-Tour um die Insel gebucht. Der Tag war wirklich sehr schön. Zuerst ging es mit großen Wellen los und einer komplett durchnässten Reisegruppe los. Aber bei der guten Verpflegung und den darauffolgenden Schnorchelgängen war das kein wirkliches Problem.

DSC02267

DSC02259

DSC02294

Der von Thomas Mann beschriebene „Nasenberg“.

DSC02303

DSC02323

Kopfsprung Stefan im astreinen V-Stil.

DCIM100GOPRO

Ich werde von einem Fisch neugierig beäugt.

Der Abschluss der Tour war der zweistündige Aufenthalt auf der kleinen Insel Koh Nangyuan. Hier hat man wirklich das Gefühl, man ist im Paradies angekommen. Leider war die Zeit hier viel zu kurz.

DSC02333

DSC02332

DSC02339

DSC02420

Denn neben einer kleinen Pause vom vielen Schnorcheln konnte man hier den höchsten Punkt der Insel erklimmen. Die Aussicht war wirklich toll. Und Stefan hat sich sogar noch etwas höher hoch getraut.

DSC02497

DSC02488

Ich bin die Person im gelben T-Shirt hier etwas versteckt.

Ab jetzt schreibt Stefan weiter:

Am Abend sind wir in ein Restaurant direkt am Strand gegangen. Dort war es voll und das sprach für gutes Essen. Wir haben uns für ein leckeres Chicken BBQ für umgerechnet ca. 2,5 Euro entschieden. Danach sind wir bei Locals, die zur Unterhaltung mit dem Feuer spielen, hängen geblieben.

 

Am nächsten Tag sind wir zu einer kleinen Wanderung aufgebrochen. Wir wollten die letzten Winkel der Insel, wo noch keines der 1 Million Mofas fährt, erkunden. Ein Mofa leihen kostet am Tag ca. 3 Euro – dementsprechend ist jeder Tourist mit einem ausgerüstet. Das ist manchmal echt störend, da auch noch so kleine Wege und jede gefühlte Fussgängerzone befahren werden darf. Zurück zur Wanderung: Leider gab es an einer entscheidenden Stelle keinen Hinweis, dass wir abbiegen mussten und so sind wir der Straße bis zum Ende der Insel gefolgt. Dort hat sich rausgestellt, dass wir die falsche Straße genutzt haben. Die Entfernung wäre nicht das Problem gewesen, sondern die steilen Straßen und die Höhenunterschiede, denn bei beiden Wegen mussten wir den Inselberg überqueren. Bei diesen Straßen, müssen sich die Mofa-Fahrer nach vorne lehnen, um nicht hintenüber zu kippen. Na ja beim zweiten Versuch hat alles geklappt und wir haben den Weg durch den Dschungel gefunden.

DSC02591

Nach ca. 1.h Stunde Fussweg auf ausgewaschenen Straßen haben wir, den gesuchten und abgelegenen Strand erreicht. Unterwegs sind noch Kristins FlipFlops kaputt gegangen.

DSC02595

Das besondere hier – Es soll in dieser Bucht Haie geben. Es ging dann schneller als gedacht, direkt auf dem ersten Schnorchelgang gab es Kontakt – siehe Video (ab min 3:40):

Im Verlauf des Nachmittags sind noch drei weitere Haie aufgetaucht. Krissi hat sich leider den Fuß leicht geschnitten, sie ist lieber aus dem Wasser gegangen um die Haie nicht zu beunruhigen. In der Zwischenzeit hat sie das alte Resort am Strand erkundet. Vor 6 Jahren gab es hier einen schlimmen Sturm, seit dem liegt das Hotel verlassen und wird nach und nach vom Dschungel verschluckt.

DSC02627

Der Rückweg war wenig überraschend ähnlich beschwerlich wie der Hinweg. Zuhause mag ich es überhaupt nicht, wenn ich schwitze (ausgenommen Sport und Sauna) – hier habe ich mich längst daran gewöhnt. Bei der Luftfeutigkeit trocknet auch vieles gar nicht, zum Beispiel die Handtücher vom Strand. Da bleibt nur die Wäscherrei mit elektrischem Trockner.

Zurück am Hotelstrand durfte Kristin noch etwas entspannen :-)

DSC02581

DSC02633

Morgen geht es weiter auf die drittgrößte Insel von Thailand: Koh Samui.

3 thoughts on “Koh Tao – Inseltraum trotz Wolken

  1. 28.6. wir ruhen uns von der Feier am 27. aus. Heute Morgen Kirschen geerntet. Mit einem Hai im Wasser, dass wäre nichts für mich. Aber es ist schon interessant, was im Wasser alles unterwegs ist.

    Mutti

Schreibe einen Kommentar zu Sven Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>