Cameron Highlands – Tee und Dschungel

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Das Blogbild zeigt Kristin vor den wirklich schön anzuschauenden (ehrliches Männerkommentar!) Teeplantagen der Cameron Highlands. Schwarzer Tee aus dieser Region ist durchaus in der Welt bekannt. Doch bevor wir richtig in die Thematik der wilden Kräuter einsteigen – allerhand wundersames auf der Reise durch die Bergregion …

Das Erste was uns beim Erreichen der Region auffiel, ist der für die eher dünn besiedelte Region hohe Verschleiß an Polizeifahrzeugen. Vermutlich ein Auffahrunfall 😛

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Unser Zielort Tanah Rata ist ein 8.000 Seelenstädtchen und beherbergt augenscheinlich überdurchschnittlich viele westliche Touristen. Vermutlich weil zwischen Kuala Lumpur im Süden und diversen Urlaubsinseln nördlich die Cameron Highlands ein lohnenswertes Ziel sind.

 

Der Ort verfügt über eine für Malaysia einmalige Klimazone, dank der mindestens 1.500m über NN herrschen nur 23° Jahresdurchschnittstemperatur, im Vergleich 32° im Rest des Landes. In den Nächten geht es da schon mal auf 10° Grad herunter und am Abend muss man sich einen Pullover überziehen, ganz komische Situation nach fast 2 Monaten Schwitzen. Zudem regnet es an 60% aller Tage am Nachmittag sehr stark.

Gleich am ersten Tag haben wir uns auf eine Trekkingtour begeben, die Cameron Highlands gerade 1885 entdeckt sind laut Prospekt ein Wanderparadies. In der Tat haben wir ein Hinweisschild gefunden, wo groß erkärt wird, wie wichtig Tourismus und Wandersport für die Region ist. Da steigt die Vorfreude, also gleich rein direkt hinter Hotel X soll die besonders schöne Strecke „Path 10″ beginnen. Direkt nach den ersten Metern Dschungel der erste Hinweis, dass man sich auf Kurs befindet und gleich dazu Anweisungen wie man weiterlaufen soll…

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… den leider etwas unscharfen Hinweistyp „Wrong Way“ gibt es immer mal wieder. Damit der nicht übersehen wird, hat er die Größe einer Visitenkarte.

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Hier eines der Original-Hinweisschilder von ca.1960. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob der zuständige Touristenverband oder Touristen (nach Ausprobieren der Optionen) diese Schilder quasi weiterentwickeln 😛 Besonders bemerkenswert ist der Hinweis auf den „Path 11″.

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Den Pfad 10 haben scheinbar auch schon Menschen in der Jungsteinzeit genutzt und markiert.

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Dank der Beschilderung haben wir nach ca. 2h Dschungelmarsch diesen wunderschönen Ausblick erwandert. Der Ausblick ist nicht Resultat eines gut gepflegten Wanderweges, viel mehr steht hinter uns ein niegel nagel neuer Strommast für den die Kuppe des Berges gerodet wurde.

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Nach der kurzen Pause ging es dann wieder in den dichten Wald, diesmal brauchte es keinen Hinweis, es gab nur ein Loch.

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Mittlerweile ist es Nachmittag geworden und der wahrscheinliche Regen hat sich eingestellt. Zum Glück haben wir unsere „Hamburg“-Regenjacken dabei, leider etwas warm. Nach ein paar Metern wieder ein Hinweis.

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Die Tour geht auf das Ende zu, es gibt wieder Straßen und die Rückseiten der Verkehrsschilder sind mit nützlichsten Informationen zum Verlauf der Wanderwege versehen.

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Plötzlich enden Straße und Wald…

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…und wir sehen was aus Wanderweg 11 geworden ist. Komplett weggebaggert mit allen Pflanzen und Tieren. Im Hintergrund brennt übrigens eines dieser Müllverbrennungsfeuer. Egal ob Thailand oder Malaysia private (Plastik-) Müllverbrennung am Nachmittag ist ein beliebter Freizeitsport und stinkt ganz fürchterlich.

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Nach unserer Tour sind wir in unser nicht beheiztes, bei Bezug bereits feuchtes Nordseitenzimmer im Schatten eingekehrt (natürlich mit feuchtem Bad => da gibt es demnächst noch einen Sonderartikel). Die Nacht sind wir beide immer mal wieder munter geworden, entweder wegen der Kälte oder den jungen Damen, die sich die „Party Animals“ nennen. Am nächsten Tag haben wir die obligatorische Tee-Tour gebucht. Als Bonus war noch eine Schmetterlingsfarm mit auf dem Weg. -Spannend- wird jetzt der ein oder andere vielleicht denken und die Maus auf das X bewegen – wartet noch – es wird noch lustig…

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…denn in dieser Schmetterlingsfarm wurden noch andere einheimische Tiere gehalten, nicht umsonst wird dieser Ort auch kleiner Zoo von Tanah Rata genannt.

Hier der Armbandwurm:

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Ein Grasshüpfer…

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..und sein Verfolger (hinten rechts sitzt übrigens ein Schmetterling)

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Ein ??? Tier …

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… und natürlich blinde und giftige Skorpione.

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Nach der Schmetterlingsfarm kamen dann die Teeplantagen der Firma Boh langsam in Sicht. Der Britte J.A. Russel hat ab 1930 quasi alles Land aufgekauft und produziert mit seiner Fima Boh besonders schwarzen Tee. Diesen hier hat der ein oder andere vielleicht schon mal im Laden gesehen:

Boh

Positiv ist im Bereich der Plantagen die Ordnung und Sauberkeit aufgefallen.

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Zu Tee können wir nach der eintägigen Schulung unheimlich viel erzählen, drei kleine Stichpunkte möchte ich für Euch hier festhalten:

  • Handgepfückter Tee ist der Beste, weil nur die jüngsten Triebe verwendet werden und steht im Laden oft als weißer Tee.
  • Die Pflanze ist immer die gleiche der Produktionsprozess bestimmt ob weiß, grün oder schwarz. Geschmack ist auch abhängig vom Klima, Standort und Erntezeit
  • Tee mit Flavor aus dem Supermarkt hat nicht mehr viel mit Tee zu tun.

Teeschere mit Eimer um das Schnittgut aufzufangen.

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Zudem gab es auf unserer Tour noch diesen einen Aussichtsturm.

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mit Aussicht

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Am nächsten Tag waren wir nochmal wandern, diesmal Path 9+8+6. Wie üblich alles bestens ausgeschildert. Allerdings sind die reinen Wegstrecken leicht irre führend, das Hostel liegt auf 1.140m und das Tagesziel auf 2.031m. Knapp 1.000 Höhenmeter durch den 30 Grad heißen Dschungel bei hoher Luftfeuchtigkeit und Machetenwegen sind sportlich.

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So geht es dann bergauf (der erfahrene Wanderer sieht den Pfad auf dem Bild).

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Und nach knapp 3h und aufkeimender Besorgnis, dass wir uns vielleicht verlaufen haben, plötzlich das Gipfelkreuz malaysischer Art.

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Unten gab es zur Belohnung einen Bananensplit mit überraschend hohem Apfelanteil.

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Wo wir gerade bei Banane sind: beim Wandern ist uns aufgefallen, dass Bananen so eine Blüte haben – war für uns neu.

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Last but not Least: Das hier war unser Lieblingsobstladen.

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  • A) gelbe Mangos => sehr lecker + siehe Sondervideo unten
  • B) Jack Fruit => Geschmack ähnlich wie Mango, aber nicht ganz so exzellent
  • C) Salak => wer mal die Chance hat, nicht so schlecht (Kristin findet diese nicht so lecker)
  • D) Dragon Fruit => geschmacksneutral

So weit der Bericht aus dem Cameron Highlands – Sonnige Grüße Stefan

Sondervideo:

How to cut a mango for backpackers from donschello on Vimeo.

7 thoughts on “Cameron Highlands – Tee und Dschungel

  1. Bin immer froh, wenn wieder ein Lebenszeichen von Euch kommt. Naja, die Wegeweiser…. Bei unserem Urlaub in Brandenburg gab es auch einige Probleme mit Wegweisern auf Radrouten. Aber wenn man sich nach der Sonne orientieren kann, ist alles gut. Stefan hat auch wieder wichtige Post bekommen. Alles im Gründen Bereich. :) :) Viele grüße Mutti .

  2. Hi Globetrotter, wenn ihr immer so viel Obst esst, habt ihr auch schon die allseits beliebten Durianfrüchte (auch Stinkfrucht genannt) probiert?
    VG aus Erlangen

  3. Hallo ihr zwei, lange nichts von euch gehört. Es ist Post gekommen, bitte mal anrufen. Bei uns ist seit Wochen subtropisches Wetter, oft über 35° C. Liebe Grüße aus Liptitz.

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