Am Ende unserer Reise durch Indonesien stoppten wir auf der Vulkaninsel Bali. Low-Budget-Urlaub für Australier, 1.000 Tempel und ein Paradies für Surfer…
Bali liegt zwischen der großen Insel Java und der kleineren Insel Lombok. Wie alle Inseln in diesem Terrain ist auch Bali durch vulkanische Aktivitäten entstanden. Im Vorfeld haben wir uns informiert, dass keiner der Vulkane akut aktiv ist. Vor einem Monat gab es kritische Aktivitäten auf Java, so dass der Flughafen von Bali einige Tage schließen musste. Wir konnten jedoch wieder beruhigt anreisen.
Unsere erste Erfahrung auf Bali: Es gibt keine nennenswerten öffentlichen Verkehrsmittel. Die Suche auf dem Flughafen nach einem Bus (-symbol) – Fehlanzeige. So mussten wir vom Flughafen mit einem Taxi in die Innenstadt fahren. Damit hat der Tourist direkt die Möglichkeit mit einem gewieften Taxifahrer über den Fahrpreis zu verhandeln. Eines der beliebten Bluebird-Taxis konnten wir nicht ergattern, diese haben als einzige einen Taximeter. Mittlerweile ist Kristin ein echt knallharte Verhandlerin geworden und drückt den Handels-„partner“ soweit in die Knie, dass ihm die Tränen kommen. Zähneknirschend hat uns der Taxifahrer ins Zentrum von Kuta gefahren. Hier haben wir uns ein Hotel auf Empfehlung des Lonely Planet gesucht. Wir buchten ein Standard Zimmer mit sauberem Bett und funktionsfähigem Ventilator.
Das Badezimmer, alles dabei was man benötigt: Toilette mit Spülung, Schöpftopf zum Verschließen des Badabflusses um keinen unerwünschten Besuch zu erhalten, 0,5 lagiges Klopapier, Kaltwasserdusche und eine Seifenablage.
Auf Bali gibt es ca. 85-90 % Hindus. Dank der in Massen verfügbaren Vulkangesteine und Aschefelder gibt es genügend Material, um in unzähligen kleinen Fabriken Hundertausende von Betontempelfiguren zu produzieren. Die unzähligen Bilder und Geschichten der Hindu-Kultur bieten Vorlagen für die zahlreichen Tempel. Hier ein Beispiel:

Es ist üblich, dass jedes Haus einen Eingang in Form eines kleinen Tempels gestaltet. Desto wohlhabender die Familie, desto prunkvoller die Tempelanlage.

Nach vier entspannten Tagen in Kuta (mit schneller Internetverbindung) sind wir mit einem Charterbus nach Ubud in die Mitte der Insel aufgebrochen. Ubud bekannt als Yogazentrum verfügt auch über einen beliebten Affenpark. Kristin spielt hier mit einem Affen, der ist ganz zahm.
Sobald man den Affen gibt was sie wollen, sind sie wieder ganz friedlich. Hier erkenne ich Parallelen zu den Menschen.

Wie überall in Affenparks muss man auf seine persönlichen Gegenstände Acht geben, ansonsten wandern diese in die Baumwipfel.

Am Abend haben wir uns eine lokale Tanzdarbietung (Legong) angeschaut. Leider kann man die begleitende Musik hier im Blog nicht hören, es gibt Parallelen zum Kuhglocken klingeln in den Alpen. Die Tänzer bewegen passend zum Klingeln die Augen nach links und rechts. Dies gibt der Vorführung eine originelle Note.
Klettern auf Palmen ist für den Indonesier eine leichte Übung, der ungeübte Tourist stellt sich beim ersten Versuch noch etwas plump an.

Mein Lieblingsthema: Wie fast überall in Südostasien ist Umweltverschmutzung und fehlende Maßnahmen im Umgang mit Müll auf Bali ein Problem. Hier kann man sehr schön erkennen: Kristin überquert den Fluss, der aus der nahen Stadt kommt. Der Einheimische badet gerade noch im Fluss, der aus den Bergen kommt (klares Wasser).
Elektroinstallation:
Nach einigen Monaten hatte ich endlich Zeit Karten zu schreiben.

Jede kleine Ortschaft hat eine gemeinschaftliche Tempelanlage, wo Bürger kleine Opfergaben für die Götter basteln.

Beim Besuch einer Tempelanlage wird ein Sarong benötigt. Diesen gibt es in den meisten Tempeln gegen eine kleine Spende auszuleihen.

Beispiel einer Tempelfigur mit Opfergabe.
Bali ist auch bekannt durch Fotos von Reisfeldern. Die vielen vulkanischen Hänge bieten eine ideale Möglichkeit für fruchtbare Reisterrassen, die durch kaskadierende Bewässerung mehrmals im Jahr geerntet werden können. Einige Reisfelder dienen heute vorrangig touristischen Blicken. Die Einheimischen konzentrieren sich auf den Verkauf von allerhand Dingen, die von den vielen Touristen gern angenommen werden.

Auf dem Bild seht Ihr mich beim Überqueren eines Flusses. Ich war ganz schön überrascht wie mein Leihsarong mich bei Sprüngen und großen Schritten behindert hat.

Zufällig erwischt: Die fertig gebastelten Opfergaben werden aus den Tempelanlagen in die Stadt zur weiteren Distribution an Haushalte und Geschäfte gebracht.

… gleiches Bild – etwas anderer Winkel.

Für mich immer noch faszinierend: Dass es keine Technik gibt den Müll fachgerecht zu entsorgen, ist das Eine. Ihn aber einfach irgendwo hinzuwerfen, ist etwas völlig befremdliches. Sind wohl gesellschaftliche Unterschiede.
Überall am Straßenrand gibt es kleine Warungs (Imbissbude), die auf genau ein Gericht spezialisiert sind. Hier essen wir gerade eine chinesische Suppe mit – wir wissen es nicht so genau. Sehr günstig und sehr kalorienarm. Hat jemand Lust abzunehmen? Drei Monate in Südostasien können wir sehr empfehlen. Fazit: Das Essen ist sehr vielseitig, doch wir hätten uns noch mehr an die lokalen Gerichte herantrauen können. In jedem Fall ist alles sehr gesund, wir haben sogar ein paar Lieblingsgerichte.

Vor einem Jahr hat Indonesien in vielen touristisch interessanten Gebieten einen Eintritt eingeführt (selbstverständlich nur für nicht Einheimische). Dieser Eintritt ist frecherweise an australischen und europäischen Preisen orientiert und um ein vielfaches teurer als alles andere was man in der Region erwerben kann. Wir hoffen, dass die Eintrittsgelder dem Umweltschutz zugutekommen, im Moment kann man davon noch nichts spüren. Bisher wurde alles Geld in Kassenhäuschen investiert. Hier seht Ihr im Hintergrund den Mt Batur. Die Besteigung des Berges vor dem Sonnenaufgang ist bei Backpackern beliebt. Wir haben uns für den Blick auf den Berg entschieden.

Direkt am Lavafeld auf einer erkalteten Gesteinsformation am Mt Batur.
Abends zurück in Ubud. Pünktlich um 17:30 Uhr beginnt die tägliche Müllverbrennung. Hier muss ich fairerweise sagen, dass mangels anderer Möglichkeiten dies die beste Option ist.
Ein wichtiger Zeitvertreib auf Bali ist der Hahnenkampf. Den Hähnen werden 18 Zentimeter lange Klingen an die Beine gebunden, mit denen sie sich gegenseitig Verletzungen zufügen bis ein Hahn erliegt. Dabei wetten die Balinesen auf einen Hahn, alle Verlierer verlassen betrügt mit ihren Mopeds die Kampfarena.

In Ubud haben wir uns noch für eine Rafting-Tour auf dem Telaga entschieden, die uns empfohlen wurde.
Ganz unverhofft konnte ich mir mitten in der Natur eine Coca-Cola kaufen. 😉
Wir unterm Wasserfall.
Den Kollegen im Hintergrund hat Kristin kurz vorher heftig mit Wasser bespritzt.
Nach dem Rafting gab es ein Buffet mit exzellentem Ausblick.
Eigentlich wollten wir noch den Norden von Bali erkunden, leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und die ortsübliche Reise mit dem Moped wäre ins Wasser gefallen. Deswegen sind wir zurück nach Kuta gefahren und uns erwartete strahlender Sonnenschein. Mit einem kühlen Bier schaue ich mir auch gerne die Sonnenuntergänge an.

Hin und wieder haben wir Ausflüge mit dem Moped unternommen. In vielen Regionen gibt es oft keine Tankstelle, sondern kleine „Benzinverkaufsstellen“. Den Benzin gibt es dann abgefüllt in alten Schnapsflaschen. Wenn man Glück hat zahlt man sogar weniger als an der regulären Tankstelle
Im Hotel in Kuta haben wir zwei Backpacker aus Bayern getroffen, die gerade aus Australien angekommen sind. Weil die beiden am nächsten Tag nach Deutschland zurückgeflogen sind, haben sie uns ihre Sonnencreme und ein Anti-Moskito-Spray geschenkt. Wir haben das Angebot dankbar angenommen.

Kristin am Strand von Kuta. Hier trägt sie noch ein Oberteil, welches nach einer Reinigung in Ubud spurlos verschwunden ist.

Kristin beim Waschen ihrer Füße nach dem Strandbesuch.

Ich sollte mich einfach nicht von tollen Namen in der Cocktail-Karte verleiten lassen. Außer mir hatte niemand eine Ente.

Die Liegen am Strand von Kuta sind wirklich sehr bequem, aber der tägliche Verhandlungskampf ist echt anstrengend.
Weil der Norden der Insel nicht geklappt hat, haben wir uns für einen Kurztrip nach Nusa Lembongan entschieden. Hier habe ich eine Unterwasserhülle für das iPhone eingesetzt und bin sehr zufrieden mit der Qualität der Bilder. Auf dem Weg zum ersten Schnorchelspot fuhren wir in einem Boot für 12 Personen über offenes Meer. Unser Ziel war eine spezielle Stelle, wo man Mantas beobachten kann. Diese Stelle lag in etwas rauerer Umgebung. Dh. starker Wellengang und eine abenteuerliche Bootsfahrt dorthin. Ein Rentner-Ehepaar hat sich im Boot ganz vorne in die Spitze gesetzt und war dann einem Wellenschlag von bestimmt anderthalb Metern ausgesetzt. Die Ehefrau hatte eine Panikattacke bekommen, sowas habe ich bisher noch nicht erlebt. Ein ganz komisches Gefühl, wenn ein Mensch wirklich Angst um sein Leben hat. Danach durfte die Frau die ganze Fahrt auf dem Beifahrersitz des Kapitäns genießen.
Apropo Mantarochen. Ich habe einen gesehen!

Auf dem folgenden Foto seht Ihr eine Brücke um die Inseln Nusa Lembongan und Ceningan zu verbinden. An der Auffahrt zur Brücke steht ein Schild, dass die Brücke nur noch 40 % okay ist. Bitte nicht mehr als zwei Mopeds.

Desto abgeschiedener die Insel, desto größer die Müllproblematik.

Hier ein beliebter Spot für Kliffspringer, leider war an dem Tag wegen zu großer Brandung gesperrt.

Im Hintergrund könnt Ihr rechteckige Bereiche erkennen, wo bereits Seegras für die chinesischen Küchen abgebaut wurde.

Kristin beim Mopedfahren – Helme wurden auf Nusa Lembongan nicht verteilt.

Unser kleiner Ausflug nach Nusa Lembongan endete mit Ebbe. Alle Passagiere mussten durchs kniehohe Wasser und spitzem Untergrund an Land gehen. Immerhin wurde das Gepäck von der Crew an Land getragen. Da auch hier das Motto gilt: Lieber einmal weniger gehen als zuviel, wurden meist zwei große Rucksäcke auf den Schultern an Land balanciert.

Unser Bali-Fazit: Vielseitige Insel für jedes Alter und unterschiedliche Interessen!
Der nächste Blogbeitrag kommt dann aus Down Under – wir haben schon erfolgreich Kontakt zu Katie aufgenommen und freuen uns auf ganz viele Eindrücke auf dem 5. Kontinent – Stefan


























Wieder ein cooler Beitrag. Mir fehlte in Deinem Büro (Postkarten schreiben) noch der Aufdruck „Chef“ auf Deiner passend platzierten Tasse 😉
Das mit der Müllproblematik ist ja echt unschön. Gut, dass Ihr nicht nur die „Sunny Sides“ ansprecht.
Die Karte, die hier im Bericht erwähnt wird, war schon da, ehe der Bericht erschien. Die Post ist eben superschnell. 🙂
Hey ihr zwei,
vielen Dank für die kreative Karte 🙂
Hallo Herr Scheller´s, Stefan mit Begleitung!
Mit etwas Verspätung wollen wir uns über die netten Worte aus Bali von Eurer Reise bedanken. Ein Stückchen Wahrheit steckt schon hinter der Analogie mit dem Reisfeld, zur Zeit mehr wie damals. Freuen uns auch schon auf ein gemeinsames Bier in München!
Aber vorher noch ein paar Worte die es zu Bedenken gilt:
….Vor dem Hofbräuhaus in München stehen zwei Polizisten. Kommt ein Tourist auf sie zu und fragt: “Do you speak english?”
Die Polizisten verneinen. Daraufhin versucht es der Tourist mit französisch, spanisch, italienisch, portugiesisch, griechisch und türkisch, bekommt aber jeweils nur ein Kopfschütteln, worauf er die Hände über dem Kopf zusammen schlägt und geht.
Sagt der eine Polizist zum Kollegen: “Mei, host dees kheert, sieben Sprochen hot der kenna!”
Antwortet der: “No uund, hots eam was gnutzt?”
Mia san Mia! Viele Grüße aus dem CRM Projekt der BayernLB!