Bangkok – Venedig von Asien

Nach fünf Tagen Hongkong geht es für uns weiter nach Bangkok. Mit Srilankian Airlines sind wir in etwa drei Stunden in der Stadt mit den vielen Tuk Tuks und pinken Taxen angekommen. Die Einreise nach Thailand war unproblematisch. Nach einer kurzen Kontrolle des Reisepasses gab es einen Stempel und Aufenthaltserlaubnis für 30 Tage. Leider gab es in Hongkong keinen Stempel für unseren Reisepass – Stefan hatte bei der Ausreise noch einmal nachgefragt, aber den Stempel wollten sie uns nicht geben. Hier wurde auf einen kleinen Zettel ausgewichen.

Ich hatte wir vorab viele Gedanken über die Einreise nach Thailand gemacht. Im Internet ist oft zu lesen, dass für die Einreise ein Ticket für die Weiterreise vorliegen sollte, welches wir natürlich nicht hatten, da wir unsere Reiseroute noch nicht so weit geplant haben. Meine Sorge war unbegründet. Diese Regelung machen anscheinend nur die Fluggesellschaften, oder wir hatten einfach viel Glück. Für die Fahrt zum Hostel haben wir uns ein Taxi genommen – nicht ganz die Backpacker Art, aber Stefan hatte starke Kopfschmerzen (dank der vielen Klimaanlagen und lauten Nächte in Hongkong) und ich habe das Essen aus dem Flieger nicht vertragen, sodass wir den schnellsten Weg ins Hostel gewählt haben. Der Preis für das Taxi war etwas höher als die Empfehlung von Lonely Planet, aber im Großen und Ganzen hat es schon gepasst. Nur die Fleece-Jacke von Stefan haben wir leider im Taxi vergessen.

Unser Hostel ist wirklich sehr gemütlich und liegt in einer sehr ruhigen Nebenstraße in der Altstadt von Bangkok. Unser Zimmer ist hier wirklich sehr geräumig und die Betten sind größer als bei uns zuhause. Bis zur bekannten Khaosan Road sind es nur wenige Minuten. Und alle weiteren wichtigen Sehenswürdigkeiten erreichen wir sehr gut mit der örtlichen Fähre. Die Fahrten sind immer sehr hektisch und laut. Es wird gepfiffen, wenn an- und abgelegt wird, die Geldbörse der Ticketdame wird die ganze Zeit geschüttelt und ständig wird auf Thailändisch und Englisch gerufen weiter nach hinten auf das Boot durchzurücken. Einmal sind wir bis zur Endstation gefahren. Hier wird das Boot am Boot, welches kurz vorher angelegt hat, vertaut und beim Ausstieg muss man alle Fähren in der Reihe überqueren. Ein Seitenstrahlruder, bzw. ein 360° Strahlruder wie bei den Hamburger Hafenfähren gibt es natürlich nicht, die Kapitäne in Bangkok sind alle Profis und können noch wie in der guten alten Zeit navigieren.

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An der Endstation gab es nicht viel, aber wir haben unsere Zeit bis zum Ablegen der Fähre für den Rücktransport spielerisch verbracht, um ein paar schöne Bilder für euch zu machen.

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An diesem Tag haben wir uns noch das Denkmal Wat Arun angeschaut. Leider konnten wir aufgrund der Baumaßnahmen nicht die ganze Schönheit erkennen. Die Anlage war sehr klein und wir brauchten nur etwa eine Stunde für die komplette Besichtigung.

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Noch am selben Tag haben wir die Khaoson Road besucht und sind dort auf viele Backpacker gestoßen. Aus allen Ländern der Welt und alle Altersklassen sind dort anzutreffen. Ich finde diese Straße sehr touristisch. Sie ist gekennzeichnet durch viele Marktstände, Bars und Restaurants. Gerade Stefan wurde sehr oft angesprochen, ob er sich nicht einen Anzug schneidern lassen möchte, getreu nach dem Motto „No suit, no life!“. Stefan versuchte sein Glück lieber bei fertig produzierten Waren. Ich fande die Auswahl an Kleidung sehr eintönig, zwar gab es eine Vielzahl an Ständen, aber jeder führte die gleichen Sachen.

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Neben Shopping kann man hier sehr gut den Abend bei einem leckeren Essen und einem Getränk ausklingen lassen. Oft wird auch Live-Musik gespielt. Das Angebot der Speisen in den Lokalen war mir dieses Mal zu langweilig – ich wollte etwas wagen. Da entschied ich mich für die exotische Variante. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich eine Heuschrecke probiert und was soll ich sagen: Es war gar nicht so übel! Die Heuschrecke war sehr knusprig, gut gewürzt und sie schmeckte nach Hühnchen.

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Noch am selben Abend hat es angefangen in Strömen zu gießen. Die Straße stand komplett unter Wasser und nur einige Sekunden im Regen und man war komplett durchnässt. Das ist uns zum Glück nicht passiert. Wir haben das Treiben aus einer Bar heraus bei Bier und Cocktail genossen.

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Aber auch nach zwei Stunden wollte der Regen nicht aufhören und so entschlossen wir uns ein Tuk Tuk zum Hostel zu nehmen. Der verhandelte Preis war okay und so sind wir trocken an unser Ziel gekommen.

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Ausgeschlafen machten wir uns am folgenden Tag auf, um uns den Wat Pho – Tempel des liegenden Buddhas anzuschauen. Beim Besuch der Tempelanlagen muss bedacht werden, dass die Schultern bedeckt sind und keine zu kurze Hosen oder Röcke getragen werden. Das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer.  Der liegende Buddha war sehr beeindruckend. Vielleicht etwas riesig für einen kleinen Raum.

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Auf der Rückseite des Buddhas kann man Kleingeld in 108 Almosenschalen werfen, so dass man im Tempel immer den Ton von klimpernden Münzgeld hört. Es soll wohl Glück bringen, in jede einzelne dieser Schalen 25 Satang zu werfen. Satang ist die 1897 von König Chulalongkorn eingeführte Unterteilung eines thailändischen Baht in 100 Satang.

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In dieser Anlage haben wir auch ein deutsches Päarchen getroffen, die in Thailand Urlaub machen. Genau wie wir werden sie später in Koh Tao Stop für einen Tauchkurs machen. Wir haben uns einige Zeit mit Ihnen unterhalten und unsere Erfahrungen in Bangkok ausgetauscht. Da wir uns so lange unterhalten hatten, haben wir unsere zweite Etappe für diesen Tag – Der Besuch des Königspalasts nicht mehr geschafft. Aber wir haben ja genügend Zeit für Bangkok mitgebracht und werden morgen dorthin gehen.

Nächster Tag – Der Königspalast:

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Der Königpalast ist wohl die beliebteste Sehenswürdigkeit unter den Touristen, denn hier war es sehr voll. Es war kaum möglich ein Foto ohne eine Vielzahl von Menschen zu machen. Jedoch ist der Palast sehr sehenswert. Mit einem Audio-Guide ist der Besuch noch interessanter. Die Wachposten waren nicht zu beneiden, bei über 30 Grad in Uniform ganz still zu stehen. Man konnte den Schweiß in ihrem Gesicht erkennen. Generell sind die Temperaturen in Bangkok wie in Hongkong. Ich habe das Gefühl, dass hier ab und an mal ein Lüftchen mehr weht. Wir wünschen uns immer Wolken, sodass das Sightseeing etwas erträglicher wird. Wenn es zu sonnig ist, sitzen wir in dieser Zeit oft im Park und legen eine Lese- oder Chillpause ein. So ist es auch passiert, dass Stefan durch ein kleines Gerät beim Lesen abgelenkt wurde und sofort begeistert wurde.

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Ja, was haben wir sonst noch so getrieben. Wir sind in die 85. Etage, eine Aussichtsplattform des Baiyoke Sky Hotels gefahren. Wirklich sehr beeindruckend und das Beste daran war, dass diese sich eigenständig gedreht hat. Hier haben wir in der Bar noch einen Cocktail bei traumhafter Kulisse getrunken.

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Unser Fazit: Bangkok ist wirklich sehr sehr groß, wie man auf den Bildern erkennen kann. Wir waren jetzt eine Woche in Bangkok. Wir hätten auch durchaus nur 4-5 Tage hier bleiben können um alle wichtigen Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Bangkok hat goldene Paläste und Buddha-Figuren, aber in der Stadt und gerade in den Seitenstraßen zeigt sich, wie arm die Bevölkerung ist und wie einfach die Menschen hier leben. Gerade auch ältere Menschen tuen mir leid, wenn sie mit schweren Karren versuchen, etwas Saft zu verkaufen oder auf den Gehwegen sitzen um Orden und Münzen an den Mann zu bringen. Auch ist Bangkok sehr dreckig, der Fluss stinkt und das Wasser darin würde ich nicht als Wasser bezeichnen. Es kommt öfters vor, dass Ratten – schon tagsüber – deinen Weg kreuzen. Öffentliche Mülleimer sind auch sehr schwer zu finden. Meist werden Mülltüten an kritischen Punkten aufgestellt, wo man sein Zeug hineinwerfen kann. Genauso problematisch ist es mit den öffentlichen Toiletten. Kaum zu finden. Abhilfe schaffen die Toiletten bei den Sehenswürdigkeiten und in Einkaufszentren.

Das thailändische Essen ist bisher leckerer als in Hongkong. Leider vertrage ich es nicht so gut, vielleicht weil es sehr scharf ist. Ich weiche oft auf Obst aus, hier bekommt man es an fast jeder Straßenecke für 20 Baht. Das sind etwa 50 Cent.

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Wie immer folgen jetzt ein paar Bilder:

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Behausung der einfachen Bevölkerung mit Flusslage.

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Bangkok wurde früher das Venedig von Asien genannt. Die vielen, leider stark verschmutzten Kanäle haben zum Ausbruch diverser Krankheitswellen geführt. Zeitgleich hat die wachsende Stadt mehr Straßen benötigt, so dass man viele der Kanäle einfach zugeschüttet und Straßen an Stelle dessen gebaut hat. Einige Kanäle gibt es noch und für ein paar Cent kann man diese mit der öffentlichen Fähre befahren. Auf dem Bild gibt es zwei interessante Sachen zu sehen. Zum Einem der Fahrkartenprüfer steht auf der Bordwand des Bootes, und eine Dame ganz rechts zieht an einer Schnur um eine Plane zum Schutz gegen das schwabbende Schmutzwasser anzuheben.

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Ebenso bemerkenswert ist der Aus- und Einstieg. Auf dem Bild sieht man das sehr tief gesessen wird, der Steg dafür sehr hoch ist. Es gibt kein Brett oder Geländer – die Fahrgäste müssen über die Bordwand den Steg hochsteigen. Besonders für ältere Fahrgäste eine Herausforderung.

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Ich im Tuk Tuk.

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Fische sind scheinbar sehr viele in den Kanälen, essen wollen wir die aber nicht.

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Auf dem Bild sitze ich auf einer Brücke mit einem manngroßem Loch, welches geschickt mit einer Palette und ein paar Blumenkübeln kaschiert wurde.

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Skurril an jeder Ecke gibt es Buddha Deko zu kaufen, jedoch ist es den Thailändern sehr wichtig dies nicht zu tun.

Für uns geht es jetzt auf nach Koh Tao zum Tauchen. Wir sind darauf sehr gespannt. Und irgendwie freuen wir uns auf etwas Ruhe und sind nach zwei Wochen froh, die großen Städte gegen Strand eintauschen zu dürfen.

Euer Stefan und Eure Kristin

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