Wir haben unsere nächste große Etappe auf unserer Weltreise erreicht – Australien! Ich war schon voller Vorfreude, da ich mich riesig auf einen Supermarkt mit einer breiten Produktpalette gefreut habe. Und tatsächlich fühlten Stefan und ich uns wie im Schlaraffenland. Der erste Einkauf ist dann doch etwas umfangreicher ausgefallen als eigentlich benötigt wurde. Was wir bisher in Australien erlebt haben und was uns hier sehr gut gefällt, erfahrt Ihr hier …
Bevor wir australischen Boden betreten konnten, hatten wir noch ein kleines Problem an der indonesischen Grenze. Unser Flug ging um 02:30 Uhr und da das Check-in plus Gepäckaufgabe ziemlich spät (seitens der Airline) begann, erreichten wir die Reisepasskontrolle um 0:20 Uhr. Der Grenzbeamte meinte zu mir, dass ich die zulässige Aufenthaltsdauer überschritten habe. Ich konnte es nicht glauben und ging mit ihm gemeinsam die Tage in Indonesien durch. Wir hatten doch alles super geplant?! Leider ist bei dem ganzen Flughafenprozedere die Zeit gegen uns gewesen und wir waren wirklich 20 Minuten über der erlaubten Aufenthaltserlaubnis. So mussten wir WIRKLICH wegen 20 Minuten ca. 50 Euro Strafe zahlen. Unglaublich, und für uns nicht verständlich!!! Wir können jedem Reisenden empfehlen pünktlich an der Grenze zu sein…sonst wandert das Restgeld für Kaffee und Donut in die Staatskasse.
Im Flug nach Cairns habe ich eine neue Variante zum Schlafen getestet und es meinem Sitznachbar gleich getan. Tisch nach unten, Nackenhörchen rauf und Kopf runter – so ähnlich wie auf einer Massageliege nur im Sitzen – der Flug verging ziemlich schnell. 🙂 Die Einreise in Australien verlief unproblematisch und wir waren erstaunt wie klein der Flughafen von Cairns doch eigentlich ist. Wir stellten uns Cairns doch irgendwie größer vor. Am Flughafen mussten wir nur noch auf unseren kostenlosen Shuttle zum Hostel warten und unser Abenteuer konnte beginnen!
Witzige Episode: Im Shuttle waren noch Plätze frei und eine Backpackerin bat den Fahrer ob Sie noch mitkönne und gern etwas zahle. Antwort des Fahrers: „I really would like to give you a lift, but unfortunately you are not insured if not prebooked – I am so sorry.“ Schon lustig, in Indonesien würde man für Geld auch auf das Dach geschnallt werden.
Insgesamt waren wir 4 Tage in Cairns, in denen wir die Promenade mit Pool, …
… das Einkaufszentrum und das Great Barrier Reef erkundet haben. Mir gefällt, dass überall über potentielle Gefahren aufmerksam gemacht wird. So sind doch Krokodile für uns ganz neu! Gesehen haben wir bis heute „leider“ nur welche im Zoo von Rockhampton. Ich bin sehr froh darüber, doch Stefan sieht das etwas anders!
Ein wenig Sport kann ja nicht schaden.
Von Cairns haben wir auch eine Schnorcheltour im Great Barrier Reef unternommen. Die Preise sind schon schwindelerregend, aber die Tour ist ein Must-Do in Australien. Und es hat sich wirklich gelohnt! Mit gefährlichen Quallen hatten wir kein Problem, da hier gerade Winter ist. Tagsüber wird es sehr heiß und abends doch schon sehr kühl – für uns eine große Umstellung. Während die meisten Backpacker leicht bekleidet unterwegs sind, tragen wir lange Hosen und Jacken.
Vor der Schnorcheltour gab es eine halbstündige Sicherheitsunterweisung (im Vergleich zu Asien: da gab es so etwas nicht). Wir haben jetzt erfahren, dass es hier eine sehr gefährliche Kegelmuschel (cone shell) gibt. Laut dem brasilianischen Ex-Marine Kampfschwimmer, der als unser LifeGuard dabei ist, stirbt man innerhalb von Sekunden. Er hat in 40m Tiefe leider miterlebt wie einer seiner Tauchschüler durch die Maske in die Nase tödlich gestochen wurde. Jetzt eher beunruhigt ziehe ich mir meinen Neoprenanzug und meine Ausrüstung an. Und ab ins Wasser! Da wir in Asien schon sehr viel schnorcheln waren, möchte ich kurz erwähnen, was hier anders ist. Das Wasser war kälter, dafür die Fische größer. Ansonsten doch sehr ähnlich! Langfristig würde ich Asien empfehlen, da es doch wesentlich günstiger ist. Unser Highlight war der White-Tip-Shark, der über zwei Meter groß war und direkt unter uns geschwommen ist. Und ich habe ihn vor Stefan gesehen!
Und dann gibt es noch diesen besonderen Fisch hier, der es liebt, wenn man seine Lippen streichelt. Dieser Fisch, auch Wally genannt ist unglaublich groß und nach anfänglichem Zögern hatte es uns richtig Spaß gemacht ihn zu streicheln.
Hier seht Ihr einen Teil des Reefs:
In Cairns haben wir uns einen Campervan von Travellers Autobarn gemietet, mit dem wir bis nach Sydney fahren werden. Eigentlich sind wir ganz zufrieden mit unserem Reisemobil, nur dass die seitliche Schiebetür sich nicht von innen öffnen lässt. Dafür bietet das ausgewählte Modell für uns zwei doch ausreichend Platz. Für uns ist ein fahrbarer Untersatz in Australien doch die beste Variante, da wir so nicht auf den Bus angewiesen sind, der meist nur die touristischen Orte anfährt.
Das erste Ziel mit Campervan war die Crystal Cascades, die „croq-free“ und somit für eine Abkühlung geeignet sind.
Abends ging es vorbei an dieser tollen Aussicht …
… zur Rest Area. Das sind Stehplätze, die kostenlos oder gegen eine kleine Spende genutzt werden können und je nach Ausstattung Toiletten, BBQ-Plätze, Duschen usw. haben. Diese Plätze werden rege genutzt und sind eine gute Alternative zu den teuren Campingplätzen. Viel Luxus kann man hier aber nicht erwarten, aber unsere Erfahrungen waren bisher sehr gut. Camper haben viele Quellen für gute Stellplätze, wir nutzen das Buch „CAMPS“ von Philip & Cathryn Fennell und sind damit sehr zufrieden. Wenn man geschickt parkt, kann man den Campingtisch eingepackt lassen.
Abwaschen an der Tonne, nach 3 Monaten Südostasien etwas ganz Normales. Wir finden es wirklich spannend wie Ansprüche und Erwartungshaltung sich über die Zeit verschieben.
Den nächsten Tag haben wir uns wieder den Wasserfällen gewidmet und den sogenannten Waterfall Circuit abgefahren. Zwischendurch gab es dann diese selbstgemachten leckeren Burger!
Hier bin ich im Wasser, wenn auch wirklich sehr kurz. Im Lonely Planet stand, dass dieser Spot ideal zum Baden ist. Ohne Bedenken bin ich auch ins Wasser, bis mich eine Frau besorgniserregend anschaute und zu mir meinte: No croqs? Jetzt bin ich verunsichert, ich schaue ihren Ehemann an und vergewissere mich kurz. Er sagte zu mir, nein keine Krokodile. Jedoch im Gespräch mit Stefan am Ufer meinte dieser Ehemann zu ihm, dass hier kleine Süßwasserkrokodile leben, die nicht lebensgefährlich sind. Stefan ist dann nicht mehr ins Wasser gegangen.
Das ist der breiteste Wasserfall Australiens. An den Steinen erkennt man die Auswaschungen über viele Jahrtausende.
Unterwegs ist uns dieses Verkehrsschild aufgefallen – lieber schnell weiterfahren 🙂
Übernachtet haben wir am Etty Bay. Ein kleiner Strandabschnitt mit einer besonderen flugunfähigen Vogelart. Auf dem Bild seht ihr einen Cassowarry (dt. Kasuare), der gemütlich neben uns aufgetaucht ist.
Dann haben wir uns auf nach Saunders Beach gemacht. Hier darf man kostenlos bis zu 48 Stunden stehen und das nur ca. 25 Meter vom Strand entfernt. Gefrühstückt haben wir dann auch gleich mit Blick aufs Meer! Besonders in solchen Momenten macht Camperurlaub richtig Laune.
Hier ein paar Impressionen vom Strand und uns. 🙂
Stefan hatte ein altes Board am Strand entdeckt, welches zum Windsurfen und nicht zum Wellenreiten geeignet ist. Er hatte trotzdem viel Spaß im Wasser. Musste aber sehr aufpassen, dass das Board ihn nicht verletzt, da es schon geplatzt war und natürlich viel schwerer ist.
Danach ging es für uns nach Townsville. Diese Stadt hat einen fantastischen Lookout, den man wahlweise mit dem Auto oder zu Fuß erklimmen kann. Wir haben uns für die sportliche Variante entschieden und haben es beim Aufstieg und der glühenden Sonne ein paar Mal bereut.
Ausblick lohnt sich dafür sehr – im Hintergrund seht Ihr Magnetic Island.
Überall und wirklich überall findet man diese Warnschilder. Wir haben uns sicherheitshalber mal über unsere Gefahren im Meer informiert, auch wenn wir im Zweifelsfall doch ziemlich hilflos sind.
Nach Townsville haben wir uns für eine fast 2-stündige Autofahrt ins Landesinnere nach Charters Towers entschieden. Eine alte Stadt, bekannt durch Goldrush.
Wir müssen ehrlich sagen, dass unsere Erwartungen an das Stadtbild und der Beschreibung des Reiseführers etwas hoch waren. Als wir angekommen sind, war der erste Eindruck doch sehr ernüchternd. Es ist halt nicht vergleichbar mit europäischen Städten. Trotzdem sehr schön – die City Hall!
Hat uns die Stadt nicht wirklich umgehauen, so war es doch die Aussicht auf Charters Towers und deren tierische Bewohner.
Rock-Wallabys!
Danach ging es nach Bowen – eine Stadt am Meer, bevor wir weiter zum bekannten Airlie Beach fuhren. Ein kleiner Strandbesuch war auch drin, an den ich mich aber nicht so gern erinnere. Unser eigentliches Ziel war es hier zu schnorcheln. Laut Einheimischen ist der Strand Horseshoe Bay sehr gut geeignet.
Vor Ort haben wir auch viele Menschen gesehen, die im und am Wasser waren. Ein kurzer Schnorchel-Test und irgendwie war unsere Meinung ganz anders. Was soll man hier sehen? Da die Wellen etwas stärker waren, entschieden wir uns für die spaßige Variante. Nach einer Weile bin ich aus dem Wasser, weil mir kalt wurde. Stefan blieb noch drin bis er plötzlich aus dem Wasser kam. Ich war sofort alarmiert und sprang auf, da ich mir schon dachte, was passiert ist. Das Gleiche dachte auch der hilfsbereite und aufmerksame Australier am Strand und sprang mit mir auf. Er sagte uns, dass er denkt, dass es keine gefährliche Qualle gewesen war und Stefan sich mit Essig abreiben sollte. Gesagt, getan. Laut Hinweisschilder, die wie ihr ja wisst, immer an den Stränden stehen, sollte bei der gefährlichsten Quallenart sofort körperliche Beeinträchtigungen wie Atembeschwerden auftreten. Das ist Gott sei Dank nicht der Fall. Bei der anderen Quallenart stand auf dem Schild, dass man 45 Minuten abwarten soll, danach ist wohl alles okay. Wir setzten uns an den Strand und schauten was passiert. Bis auf die brennenden Schmerzen hatte Stefan keine weiteren Probleme. Wir packten also unsere Sachen und verließen den Strand Richtung Airlie Beach, jedoch nicht ohne dass sich der Australier sich bei uns nach dem Wohlbefinden erkundigt hatte. In solchen Momenten freut man sich besonders über moralische Unterstützung von Einheimischen, die die Gefahren kennen.
Noch am selben Tag nach der Quallenattacke erreichten wir Airlie Beach. Hier wartete das Paradies auf uns und Airlie Beach war nur das Tor (aber ein wirkliches sehr schönes Tor) dorthin. Wir buchten einen 2,5-tägigen Segeltörn mit 6 weiteren Passagieren, 4 Segelschülern und 2 Crew-Mitgliedern. Das Segelschiff wird auch für Racings eingesetzt und am letzten Tag unseres Törns durften wir die Schnelligkeit der Yacht auch selbst miterleben. Leider war nur am ersten und letzten Tag genügend Wind zum Segeln, den anderen Tag fuhren wir gemütlich mit Motor über die See. Da ich noch nie mitgesegelt bin, war ich fasziniert wie schräg solch ein Schiff doch liegen kann. Ständig hatte ich Angst umzukippen (wenn auch sehr unwahrscheinlich), vertraute ich dem Kapitän mit jahrelanger Erfahrung.
Marina: Stefan würde lieber ein Segelboot kaufen, welches komplett voll mit Seilen ist – ich lieber ein Motorboot mit mehr Platz zum Sonnenbaden.
Luca und Stefan beim Hissen des Hauptsegels, wir mussten zur „Sieben“ greifen um die letzten Meter aufzuspannen.
Die folgenden Bilder sind vom Whitehaven Beach – hier wurde erst von ein paar Tagen Fluch der Karibik gedreht.
Stefan: „Irgendwann sehe ich schon noch ein Krokodil in freier Wildbahn.“
Am nächsten Tag gingen wir an einem kleinen Strand schnorcheln, da hier die Chance sehr groß ist, dass man Schildkröten sieht. Wir haben eine geduldige Schildkröte gesehen, die am Meeresboden in nur 2 m Tiefe verweilte, sodass wirklich jeder Schnorchler auf seine Kosten kam.
Dieses Bild möchte ich Euch nicht vorenthalten. Es zeigt Stefan bei seiner Lieblingsbeschäftigung. Bitte nicht auf die wunderschöne Kopfbedeckung achten, die wurde eigens für den Segeltörn gekauft und hat sich im Nachhinein als sehr nützlich erwiesen, da diese nicht wegwehen konnte.
Morgen geht es weiter nach Süden, da wird es etwas wärmer – leider nein. Australien ist ja auf der anderen Seite der Welt – etwas frischer und die Campingplatzpreise steigen in Richtung Sydney.
Noch 1800 Kilometer bis zu Kathie und Mick.
Kristin
































































solche sport geräte gibt’s auch in die nÄhe von uns 😉 and no crocodiles. pech gehabt wegen dass Qualle, aber glück gehbat dass es nicht schlimmer war, so ist es hier. bis bald!
Australien kommt mir nicht so fremd vor, wie all die anderen Stationen Eurer bisherigen Reise. Durch Katie und Mick hat man zu diesem Land einen ganz anderen Blickwinkel. Weiterhin gute Reise. Sonntag wird hier in Liptitz gefeiert. Ab 11 Uhr Branch. Wie wäre es mit skype gegen 12. wir werden es probieren.
Huhu ihr Weltenbummler,
ganz lieben Dank für Eure Karte. Diese ist schon vor 2-3 Wochen bei uns angekommen aber ich habe es erst jetzt geschafft alle Beiträge in Eurem Blog aufzuholen.
Etwas wehmütig muss ich daran denken, dass wir heute vor einem Jahr unseren letzten Arbeitstag hatten, aber die wehmut wird verkleinert, wenn man dank eurer Beiträge immer kleine Erinnerungen bekommt.
Die Unterschiede der Länder und Kulturen, angefangen bei der Anzahl und Qualität der Hinweisschilder und dem Umgang mit Müll bis hin zu den Preisen für Aktivitäten und „Europäer-Aufschlägen“.
Asien ist doch noch mal eine andere Welt.
Wir wünschen Euch viel Spaß mit der Freiheit des Campers!
Liebe Grüße aus Hamburg
Michael & Franziska
Wir haben seit dem 4. Oktober nichts mehr von Euch gehört. Wirhoffen es ist alles OK bei Euch.
Mutti
Sehr cooler und vor allem ausführlicher Bericht 🙂
Jetzt ist aber einen Monat Funkstille – alles gut bei Euch?
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